16.11.2010

Dachbodenausbau im Steuerrecht

Ohne Anwendung des Denkmalschutzgesetzes oder ohne Förderungszusage für das gesamte Wohnhaus ist der Dachbodenausbau für den Vermieter steuerlich nicht begünstigt. Der Mieter dagegen kann im Mietvertrag verpflichtet oder berechtigt werden, den Dachbodenausbau vorzunehmen.

Dachbodenausbau durch den Vermieter

Vermietete Dachböden, deren Ausbau erst ab 2002 erfolgte, unterliegen nur hinsichtlich des Kündigungsschutzes dem Mietrechtsgesetz. Dachböden in Ein- und Zweifamilienhäusern unterliegen nicht dem Mietrechtsgesetz. Die teilweise oder.. gänzliche Ausnahme vom Mietrechtsgesetz hat auch steuerliche Auswirkungen. Denn die beschleunigte Abschreibung von Herstellungsaufwendungen über 15 Jahre (bei Zwangsmieten ist der Verteilungszeitraum auf bis zu 10 Jahre reduzierbar) ist nach den steuerrechtlichen Bestimmungen nur in folgenden Fällen zulässig:

  • Aufwendungen für Erhaltung, Verbesserung und Wohnungszusammenlegung im Sinne des Mietrechtsgesetzes,
  • bestimmte, öffentlich geförderte Sanierungsmaßnahmen und
  • Aufwendungen auf Grund des Denkmalschutzes, wobei der Erwerb eines denkmalgeschützten Hauses keinen Aufwand "auf Grund des Denkmalschutzes" darstellt.

Ohne Denkmalschutzgesetz Dachbodenausbau nicht begünstigt Ohne Anwendung des Denkmalschutzgesetzes oder ohne Förderungszusage für das gesamte Wohnhaus ist der Dachbodenausbau steuerlich nicht begünstigt. Aber nur in seltenen Fällen wird man vom Denkmalamt die für den Fiskus notwendige Bescheinigung erhalten. Der Vermieter muss daher im Regelfall seine Ausbaukosten für das Dachgeschoss über die Restnutzungsdauer für das gesamte Haus verteilen, was zu "kaum spürbaren", steuerlich absetzbaren Abschreibungsaufwendungen führt. Im besten Fall kann für einen Teil der Kosten eine Instandsetzung argumentiert werden, wenn ohnehin reparaturbedürftige Teile des Hauses (etwa Dach oder Stiegenhaus), die auch ohne Dachbodenausbau angefallen wären, im Zuge des Dachbodenausbaus ebenfalls saniert werden.